Koloskopie als Vorsorgeuntersuchung?

Der Dickdarmkrebs ist eine der 3 häufigsten bösartigen Tumoren in den westlichen Ländern. Fast jede zwanzigste Person in Westeuropa und Nordamerika erkrankt im Verlaufe ihres Lebens an Darmkrebs, wobei Männer und Frauen gleichermassen betroffen sind. In den letzten Jahrzehnten hat diese Erkrankung an Häufigkeit zugenommen. Dies ist allerdings vor allem der Tatsache zu zuschreiben, dass in diesem Zeitraum das Durchschnittsalter der Bevölkerung deutlich zugenommen hat und Dickdarmkrebs mit zunehmendem Alter häufiger entsteht. Nach wie vor ist es sehr selten, dass bösartige Dickdarmerkrankungen vor dem 40. Altersjahr auftreten. Allerdings trifft diese Aussage nur für Personen zu, bei denen nicht eine familiäre Belastung bezüglich Kolonkarzinom vorliegt. 

 
Bei beschwerdefreien Personen, die nicht über ein erhöhtes familiäres Dickdarmkrebsrisiko aufweisen (d.h. bei denen keine Familienangehörige an Dickdarmkrebs erkrankt sind) wird heute international empfohlen, ab dem 50. Lebensjahr eine Koloskopie auch bei beschwerdefreien Personen ohne familiärem Risiko durchzuführen (so genannte 'Screening- Koloskopie'). In den meisten umliegenden Ländern wird diese Screening-Koloskopie demensprechend propagiert und die Kosten müssen von den Krankenkassen Übernommen werden. In der Schweiz gehört die Screening-Koloskopie seit Sommer 2013 zu den Pflichtleistungen für die Krankenkassen. Dies mit guten Argumenten: mittlerweilen wurde in einigen nationalen und vielen internationalen Studien gut dokumentiert, dass es sich bei der Screening-Koloskopie um eine kosteneffiziente Strategie handelt, die es ermöglicht, viele Kolonkarzinome (oder Vorstufen) frühzeitig zu erkennen und dementsprechend kurativ zu behandeln. Das fortgeschrittene Kolonkarzinom (bei dem bereits Metastasen vorliegen) ist heutzutage zwar durch neuere Medikamente besser behandelbar und die Überlebenszeit nach Diagnosestellung deutlich verlängert, die Behandlungskosten sind dadurch aber auch massiv angestiegen. Mit anderen Worten: ein frühzeitig diagnostiziertes Kolonkarzinom erspart nicht nur den Patienten viel Beschwerliches und ein frühzeitiges Ableben, sondern kann auch mit sehr viel weniger finanziellem Aufwand behandelt und erfolgreich geheilt werden! 
 
 

Aus diesen Gründen empfehlen wir unseren Patienten die Screening-Koloskopie ab dem 50. Altersjahr!
Während der Darmspiegelung können Feingewebsproben entnommen und gutartige Polypen entfernt werden. Eine Darmspiegelung dauert im Durchschnitt etwa 20- 30 Minuten und kann heutzutage in den Händen eines erfahrenen Untersuchers - und nach Verabreichung einer intravenösen Sedation - in den meisten Fällen für den Patienten ohne wesentliche Schmerzen durchgeführt werden können. Komplikationen bei der Darmspiegelung sind sehr selten. Falls Komplikationen auftreten (Blutungen, Verletzung der Darmwand), können diese fast immer ohne bleibenden Schaden für die Patienten behandelt werden (allerdings ist in solchen Fällen oft eine Hospitalisation notwendig).Eine Koloskopie sollte deswegen sicherheitshalber möglichst nicht unmittelbar vor einer Auslandreise durchgeführt werden. 
 
Weitere Informationen zum Thema:
Darmpolypen und Darmkrebs: 
www.gastropraxis-feldmeilen.ch >> Krankheitsbilder
 
Download Informationen zum Thema:
Koloskopie als Vorsorgeuntersuchung PDF

Darmkrebs-Screening lohnt sich!

Die Evidenz steigt: Das Darmkrebs-Screening lohnt sich!
Artikel von Dr.C.Gubler und Prof.U. Marbet im Schweizerischen Medizin-Forum 12/2012 als PDF

 

 

Schicksal Kolonkarzinom?

"Es ist nicht Schicksal, an Kolonkarzinom zu sterben"
Präventionsstrategien beim kolorektalen Karzinom ("Darmkrebs").
Artikel von Prof.U.Marbet et al. im Schweizerischen Medizinischen Forum 3/2011 als PDF

 

 

Septine9-Test

«Sensitiver, blutbasierter Test zur Darmkrebsfrüherkennung»?

Seit 2010 wird obiger Test angeboten und die Kosten dafür werden von den Krankenkassen Übernommen (aktuelle Kosten pro Test 244.-).

Mit diesem Test kann Darmkrebs mit einer Sensitivität von > 75% und Spezifität von 90 % erkannt werden. Kleine Polypen oder Polypen ohne schwere Dysplasie werden durch diesen Test nicht erfasst!
Um ein effektives Kolonkarzinom-Screening mit diesem Test zu erreichen, müsste dieser Test jährlich wiederholt werden und selbstverständlich muss bei einem positiven Resultat dann eine Koloskopie erfolgen.

Es ist deshalb absolut nicht einzusehen, dass ein solcher Test - zu diesem Preis! - zur Darmkrebs-Früherkennung zugelassen wurde!
Der Darmkrebs wird durch diesen Test nicht früh erkennt (kleine Polypen oder Polypen ohne schwere Dysplasie werden durch diesen Test nicht erfasst) und die Kosten für ein jährliches Screening sind exorbitant und in keinem Verhältnis zum Nutzen.

Zum Vergleich: eine Koloskopie kostet zwischen 600.- und 900.- (wobei Polypen gerade entfernt werden können) und muss in der Regel nur alle 5 bis 10 Jahre wiederholt werden.